Vin jaune

Vin jaune

Auf unseren Reisen achten wir immer auf Spezialitäten der Region. Wenn wir etwas besonderes finden denken wir auch immer an unsere Feinschmecker-Freunde und bringen ihnen eine Kostprobe mit. Mit dem Vin Jaune war es diesmal umgekehrt. Unser Freund Schorsch hat diesen ungewöhnlichen Wein aus dem Jura entdeckt und uns eine Flasche mitgebracht.

Vin jaune

Vin jaune

Vin de Paille, Strohwein oder Vin Jaune ist ein sehr ungewöhnlicher Wein aus dem französischen Jura. In der Gegend um Arbois wachsen die Rebestöcke an steilen Hängen auf Mergel und Schieferböden auf denen sich Kalkgeröll oder Kiesel abgesetzt hat. Die Lagen sind steil um dem Wein optimale Sonneneinstrahlung zu gewährleisten. Man erntet die Trauben der Sorte Savagnin nicht vor Oktober.  Wie jeder andere trockene Weißwein wird er vergoren bis kein Restzucker vorhanden ist.

Dann füllt man den Wein in 228-Liter Holzfässer, die man nicht ganz voll macht. So weit ist das ja noch nichts besonderes. Danach lagert man den Vin Jaune sechs Jahre im Fass, wobei von jedem Liter Wein nur 630 Milliliter übrig bleiben. Deshalb hat das Clavelin (die spezielle Flasche fün den Vin Jaune) auch nur genau 63 dl.

Der spezielle Geschmack des Vin jaune, der ein wenig an trockenen Sherry erinnert, entwickelt sich im Keller durch Luftkontakt mit einer speziellen Hefe, die nur im Jura vorkommt. Die Saccharomyces oviformis schützt den Wein während der Lagerung und gibt dem Wein den goût de jaune.

Natürlich kann man den Wein auch trinken! Am Besten mit Kellertemperatur oder etwas wärmer. Außerdem sollte man ihn dekantieren.

Vin jaune in der Küche

Aber wir Kochbären sind hauptsächlich an der Verwendung dieses Weines in der Küche interessiert! Feine helle Soßen mit diesem Wein verfeinert passen vor allem zum Poulet de Bresse oder gar zum Chapon de Bresse, sowie zu feinen Kalbfleischgerichten in Begleitung von edlen Pilzen wie Morcheln, Trompetenpfifferlinge (Chanterelle), oder Herbsttrompeten. Die Trompetenpfifferlinge, die wir in Chalon-sur-Saône ergattert hatten, kamen auch aus dem Jura.


© Max Kolar