Bild : Aalener Kochbären

 

 

   
 

Huhn, Hähnchen, Poulet, Poularde, Pollo, Chicken

 
 

unterschiedliche Bezeichnungen von Hühnergeflügel

   
 

Deutsch:

  • Huhn, meist Suppenhuhn
  • Hähnchen, als Brathähnchen
  • Maishähnchen, mit Mais gefüttert
  • Sonntagsgockel und sonstige "Erfindungen"

Französisch:

  • Poulet
  • Poularde

Italienisch:

  • Pollo

Amerikanisch

  • Chicken
  • Hen
  • Rooster

 

Im Freiland gehaltenes Hühnergeflügel
 
 

In Deutschland wird ein Huhn, das schon eine Legeperiode hinter sich hat als Suppenhuhn verkauft. Das übrige Hühnergeflügel wird als Hähnchen bezeichnet, kann aber vom männlichen oder weiblichen Küken sein. Es wird nach etwa 33 Tagen Mast noch vor der Geschlechtsreife geschlachtet. Als Maishähnchen wird Hühnergeflügel verkauft, wenn es mit Mais gemästet wurde. "Sonntagsgockel" und sonstige werbetechnische Erfindungen sind auch nichts anderes als "Hähnchen". Neuerdings werden sogenannte Masthybriden verwendet. Tierschützer bezeichnen das als Qualzucht, da die Hybriden bei dieser Mast in 4 Wochen das 26,2 fache Körpergewicht des Küken erreichen, Knochen und Organe nicht mithalten können und die Tiere von der eigenen Muskelmasse erdrückt werden. Der BIO Label in Deutschland bezieht sich hauptsächlich auf das Futter ("wenn möglich soll mit betriebseigenen* Futtermitteln gefüttert werden.") und die Verwendung von Hormonen als Masthilfsmittel (ist verboten), sowie eine vorbeugende Behandlung mit Tierarzneimitteln (die auch verboten ist). Ein Masthybride kann aber durchaus den BIO Label erhalten!

*Anmerkung: Wobei "betriebseigene Futtermittel" anscheinend auch bedeuten kann, dass diese in Brasilien erzeugt werden.


In Frankreich entspricht das, was wir als "Hähnchen" bezeichnen dem Poulet. Das Poulet stammt vom männlichen oder weiblichen Küken, hat - wenn es den "Label Rouge" trägt - im Freiland gelebt, wurde nur mit heimischen* Getreide und Mais ernährt und wird erst nach 4 Monaten geschlachtet.

Die französische Poularde stamm vom weiblichen Küken, hat für den "Label-Rouge" ebenfalls im Freiland von heimischen* Getreide und Mais gelebt und wird nach 5 Monaten geschlachtet.

*Anmerkung: "Heimisches" Getreide bedeutet, dass es aus der Region kommen muss in der auch der Zuchtbetrieb ist. Beim Bressehuhn beispielsweise muss auch das Futter aus der A.O.C. Region Bresse kommen.

Die französische Auszeichnung "Label Rouge"

garantiert dem Verbraucher beste Qualität, artgerechte Haltung, und eine artgerechte Fütterung. Der Label Rouge ist kein Markenzeichen, sondern ein amtliches Gütesiegel, das im Auftrag des französischen Landwirtschaftsministerium vergeben wird. Den "Label Rouge" gibt es nicht nur für Geflügel, sondern für fast alle Landwirtschaftlichen Erzeugniss, auch für Zuchtfische. Eine Erzeugervereinigung hat ein Lastenheft aufgestellt, das für die zu zertifizierenden Produkte sämtliche Anforderungen in Bezug auf Aufzuchtbedingungen, Futterqualität, verbotene Medikamente, Anlagen, Hygiene und Schulung des Personals enthält.

Bild: Label Rouge

Bild: Poulet mit Label Rouge    Bild: Poulet noir de Bourgogne

Bild oben: Ein Poulet (in Deutschland würde das als Hähnchen bezeichnet) mit Label Rouge. Der Label Rouge wird nicht nur für Hühnergeflügel vergeben. Wir haben in Frankreich auch schon Fische (Wolfsbarsche) mit Label Rouge gesehen. Diese kamen aus Aquakultur in Griechenland. Das bedeutet, dass der Label Rouge nicht nur an französische Erzeuger vergeben wird, sondern an jeden Erzeuger, der die strengen Auflagen des Lastenheftes der Erzeugervereinigung erfüllt.


In Italien entspricht das, was wir als Hähnchen bezeichnen dem "Pollo".
Italienischer Kapaun

Eine „Garantiert Traditionelle Spezialität“ PAT (Prodotto agroalimentare traditionale) ist der „Cappone di Morozzo“. Er wird in den Gemeinden Morozzo, Margarita, Castelletto Stura, Montanera, S. Albano Stura, Trinità, Magliano Alpi, Rocca de' Baldi, Mondovì, Villanova Mondovì, Pianfei, Beinette und Cuneo produziert.

Der Kapaun von Morozzo muss in Bodenhaltung gezogen werden und darf ausschließlich mit natürlichem, vegetarischem Futter ernährt werden. Er ist nach 220 Tagen schlachtreif.

Die Züchter sind im Verein ASPROAVIC in Carmagnola (Turin) eingetragen, der sich das Ziel gesetzt hat, die Qualität der Produktion zu verbessern, die Ansprüche der Verbraucher zu befriedigen und ihm bessere Garantieen zu bieten.


In U.S.A. heißt das Hühnergeflügel, das in den Topf kommt Chicken. Auch das Chicken kann vom männlichen oder weiblichen Küken sein. Neuerdings auch von sogenannten Masthybriden. Hen = Huhn und Rooster = Hahn sind die Bezeichnungen der Tiere ohne Bezug auf den Kochtopf.

 

 
 

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