Bild : Aalener Kochbären

 

 

   
 

Seelen, schwäbische

 
 

Backwaren gibt es im Schwabenländle vielerlei. Manche, wie die schwäbische Laugenbrezel, sind weit über das Land hinaus bekannt. Mancher hat vielleicht Gerüchte halber schon gehört, dass es bei uns auch Seelen (als Backware) gibt. Auch die Briegel sind ein traditionelles Gebäck. Was ist nun der Unterschied? Keiner? Nur eine regional andere Bezeichnung?

Also nur eine regional andere Bezeichnung ist es nicht, denn in Aalen gibt es Briegel und Seelen. Im Bild sehen sie rechts zwei Seelen. Original nur bemehlt. Allerdings macht unser Aalener Seelesbäck auch „Kümmel-Seelen“ (links im Bild). Die unterscheiden sich nun nicht mehr (oder nur wenig) von den sonst üblichen Briegel. Damit ein Unterschied zu den Briegel erkennbar ist, macht der Seelesbäck seine Briegel breiter und kürzer. Andere Bäcker machen ihre Briegel allerdings von der Form wie die Kümmel-Seelen des Seelesbäck. Würde nun ein Briegel-Bäcker noch die „Mehl-Briegel“ kreieren, wäre die Verwirrung perfekt!
Zum Nachbacken mal folgendes Rezept:

   
 

Zutaten für etwa 6 Seelen :

   
  • 500 g Weizenmehl Type 405
  • 300 ml warmes Wasser
  • 2 TL Salz
  • eine Tüte Backpulver für 500 g Mehl
    oder
    1/2 Würfel (21 Gramm) frische Hefe
  • 10 g Backmalz
  • 5 g Lecithin (wenn vorhanden)
  • 20 g Sonnenblumenmargarine

 

Bild: Seelen
 
 

Zubereitung :

   

Das Bitte darauf achten, dass alle Geräte (auch das Nudelbrett) mit denen der Teig in Berührung kommt, Zimmerwarm (24 °C) sind. Das Mehl in eine zimmerwarme Backschüssel wiegen. Eine Mulde eindrücken, das Backpulver und das Backmalz (wir haben braunen Zucker genommen) in diese Mulde geben, vom abgemessenen warmen Wasser 100 ml dazu geben und vom Rand her etwas Mehl darüber stäuben und diesen Vorteig warm stellen. Etwa 30 Minuten gehen lassen (je nach Zimmertemperatur). Der Vorteig muss schön aufschäumen. Ich stelle den Teig im Winter zum Gehen in den Backofen, den ich auf 42°C erwärme. Ansonsten kann man ihn auch auf einen Stuhl in 10 cm Abstand vom Heizkörper stellen.

Nun den Teig zusammen kneten, dabei die restliche Wassermenge und das Salz zugeben. Der Teig sollte so zäh sein, dass er sich beim Kneten mit den Knethaken des Handrührgerätes glatt von der Schüsselwand ablöst. Die Margarine schmelzen und damit den Teig abdecken.

Nach weiteren 30 Minuten den Teig wieder durchkneten, dabei die Margarine mit einketen. Wieder mit einem feuchten Tuch abgedeckt gehen lassen. Den Backofen auf 250 °C vor heizen.

Wenn der Teig nach weiteren 30 Minuten schön aufgegangen ist, den Teig portionieren – etwa 6 Seelen werden es – und die Seelen formen und auf ein mit Backpapier belegtes, angewärmtes Backblech legen.

Die Seelen mit warmer Milch bestreichen und mit Mehl bestäuben. Sofort bei 250 °C Ober- Unterhitze etwa 20 Minuten backen. Wenn die Briegel oben zu braun werden, mit Alufolie abdecken. Garprobe mit dem Holzstäbchen machen.

Hinweis: Das häufige Kneten des Teiges macht das Gebäck feinporig. Wir Aalener Kochbären wollen weder mit dem Briegel-Rezept, noch mit dem Seelen-Rezept unseren hiesigen Bäckern Konkurrenz machen (denn diese können es auf jeden Fall besser). Aber Exil-Schwaben aus fernen Ländern haben uns um diese Rezepte gebeten, damit sie endlich mal wieder Briegel oder Seelen wie zu Hause backen können.

 

Unser erstes Backergebnis:

Bild: selbst gebackene Seelen

 

 

 
 

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